Die zivilen Opfer des Krieges von 1914-1918

Die zivilen Opfer des Krieges von 1914-1918

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Titel: Meine Mutter.

Autor: FAIVRE Léon-Maxime (1856 - 1941)

Erstellungsdatum : 1916

Datum angezeigt: 1916

Maße: Höhe 5 - Breite 6,54

Technik und andere Indikationen: Lithografie

Speicherort: Historial der Website des Ersten Weltkriegs von Péronne

Kontakt Copyright: © Historische Sammlung des Ersten Weltkriegs - Péronne (Somme) - Foto Yazid Medmoun

Bildreferenz: 165

© Historische Sammlung des Ersten Weltkriegs - Péronne (Somme) - Foto Yazid Medmoun

Erscheinungsdatum: März 2016

Historischer Zusammenhang

Die Vergewaltigung französischer Frauen durch deutsche Soldaten scheint seit den ersten Wochen des Krieges von 1914 bis 1918 eine weit verbreitete Tat gewesen zu sein. Teilweise oder vollständig vom Feind überfallen, wurden nach der Schlacht an der Marne mehrere Abteilungen evakuiert: Anscheinend gab es dort zahlreiche Vergewaltigungen, obwohl zu diesem Punkt keine Statistiken verfügbar sind.

Die Berichte der Untersuchungskommission, die im September 1914 eingerichtet wurden, um "vom Feind unter Verstoß gegen das Völkerrecht begangene Handlungen" festzustellen, gaben dieser Frage einen großen Platz, indem sie die Aussagen der Opfer und ihrer Opfer einbezogen Zeugen. Tatsächlich war die Gewalt gegen Frauen einer der Ankerpunkte des französischen Diskurses über deutsche Gräueltaten und es gelang ihm, die französische Meinung von der Barbarei des Gegners zu überzeugen.

Bildanalyse

Abel Faivre verwendet in dieser in Form von Postkarten und großformatigen Postern reproduzierten Zeichnung, zwei Werkzeugen für die weite Verbreitung antideutscher Propaganda, einen sehr elliptischen grafischen Prozess: Er zeigt im Vordergrund im Raum, ein weinendes kleines Mädchen, das vor einer geschlossenen Tür steht. Ein wenig dahinter ein umgestürzter Stuhl, auf den beiläufig die Uniform, der Helm und der Säbel eines deutschen Offiziers geworfen werden. An einer Wand im Hintergrund ist das Porträt des Familienvaters abwesend und daher machtlos, einzugreifen und die Tragödie zu verhindern. Das Porträt unterstreicht die Dimension der Entweihung des familiären Umfelds.

Die Überschrift besteht aus zwei Worten: „Meine Mutter. "Die Tat ist daher nicht direkt vertreten. Es wird einfach vorgeschlagen, was dem Design seine ganze Stärke verleiht. Das Kind hier hat nur eine auditive Darstellung des sexuellen Missbrauchs, den seine Mutter erlitten hat.

Vergewaltigung ist hier eine individuelle Handlung. Es ist nicht die Arbeit einer Gruppe von Soldaten. Vergewaltigungsszenen finden meist im privaten Bereich statt. In ihren Zeugnissen erwähnten vergewaltigte Frauen oft die Schreie und Tränen ihrer Kinder, die den Hintergrund für Erzählungen feindlicher Gewalt bilden.

Interpretation

Die Erfahrung der ersten Kriegsmonate ist vor allem die der unglaublichen Gewalt der Kämpfe, die im August 1914 eine bisher unbekannte extreme Form annahm. Die Vergewaltigung von Frauen passt in den größeren Kontext der Gräueltaten der Deutschen auf dem Schlachtfeld. Es verankert aber auch die Realität der Eroberung und Invasion des Landes. In diesem Sinne symbolisiert es die Demütigung der Nation.

Beachten Sie hier die Mehrdeutigkeit der Darstellung: Der "Vergewaltiger" hätte auch die Zustimmung seines "Opfers" erhalten können, was darauf hindeutet, dass im Raum keine Unordnung vorliegt und das Paar hinter verschlossenen Türen im Raum eingeschlossen ist. Schlafzimmer. Es könnte dann einer dieser Missbräuche sein, die zugunsten der ständigen Promiskuität in den Häusern zwischen Besetzten und Bewohnern begangen werden. Diese Zweideutigkeit spiegelt perfekt die Angst wider, die Männer in den Jahren 14 bis 18 in Bezug auf Gewalt gegen Frauen empfinden: die eines möglichen Verrats an den Opfern.

  • Kindheit
  • Frauen
  • Deutschfeindlichkeit
  • Krieg von 14-18
  • Darstellung des Feindes
  • vergewaltigen
  • Aggression

Literaturverzeichnis

Pierre VALLAUD, 14-18, Erster Weltkrieg, Bände I und II, Paris, Fayard, 2004.

Stéphane AUDOUIN-ROUZEAU, Das Kind des Feindes 1914-1918, Paris, Aubier, 1995.

Um diesen Artikel zu zitieren

Sophie DELAPORTE, "Zivile Opfer des Krieges 1914-1918"


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