Der Aufstand der Weber

Der Aufstand der Weber

  • Elend.

    KOLLWITZ Käthe (1867 - 1945)

  • Prozession der Weber.

    KOLLWITZ Käthe (1867 - 1945)

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Titel: Elend.

Autor: KOLLWITZ Käthe (1867 - 1945)

Datum angezeigt:

Maße: Höhe 15,4 - Breite 15,3

Technik und andere Indikationen: Nicht, Platte 1 des Zyklus Der Aufstand der Weber1893-1897. Lithography.

Speicherort: Website des Käthe Kollwitz Museums

Kontakt Copyright: © VG Bild-Kunst, Bonn 2008

Bildreferenz: Kl 34 IIa nicht

© VG Bild-Kunst, Bonn 2008

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Titel: Prozession der Weber.

Autor: KOLLWITZ Käthe (1867 - 1945)

Datum angezeigt:

Maße: Höhe 21,6 - Breite 29,5

Technik und andere Indikationen: Weberzug, Platte 4 des Zyklus Der Aufstand der Weber, 1893-1897 Linienätz- und Schmirgelleinen.

Speicherort: Website des Käthe Kollwitz Museums

Kontakt Copyright: © VG Bild-Kunst, Bonn 2008

Bildreferenz: Kn 36 ll a (Kl 32 l a), Weberzug, Blatt 4

© VG Bild-Kunst, Bonn 2008

Erscheinungsdatum: September 2008

Historischer Zusammenhang

Soziale Spannungen und die Schaffung der SPD in Deutschland

Deutschland war Ende des 19. Jahrhunderts von einem angespannten sozialen und politischen Klima geprägt. 1878 nutzte er nach einem Angriff auf Wilhelm I. die Situation, um die Sozialisten Interessen ("Sozialistische Gesetze", 1878-1890), gleichbedeutend mit einem fast vollständigen Verbot der Parteiaktivität außerhalb des Reichstags. ("Sozialdemokratische Partei Deutschlands") und stützen ihre historische Legitimität auf ihre Ursprünge, die bis zur Revolution von 1848 zurückreichen. Dieser Aufstand löste eine Debatte aus und trug zur Bildung von Meinungen und scheint ein bleibendes Beispiel für Politiker, Intellektuelle und Künstler zu sein.

Bildanalyse

Soziales Elend in Bildern

Der Aufstand der WeberEine Serie von drei Lithografien und drei Stichen, die Käthe Kollwitz zwischen 1893 und 1898 hergestellt hat, zeigt das Elend der Weber in Deutschland Mitte des 19. Jahrhunderts. Die sechs vom Künstler ausgewählten Szenen bilden einen programmatischen Zyklus. Die ersten beiden Bretter, Nicht ("Elend") und Tod ("Tod") zeigen die Ursachen der Revolte und der Lähmung von Männern unter politischem und wirtschaftlichem Druck. Der dritte, Beratung ("Konsultation") veranschaulicht die Reaktion der Weber auf diese Situation: Sie verschwören sich und bereiten den Kampf vor. Teller vier, Weberzug ("Prozession der Weber") und fünf, Sturm ("Angriff"), inszenieren Sie den Aufstand und den letzten, Ende ("Ende"), der Tod der Weber und der Zusammenbruch der Revolte.
Nicht ("Misery"), die erste Lithographie der Serie, zeigt eine Frau, die sich mit dem Kopf in den Händen über den Körper ihres Kindes beugt. In einer dunklen Umgebung, die drei Viertel des Bildes einnimmt und an eine bescheidene Wohnung erinnert, die nur durch ein kleines Fenster hinten beleuchtet wird, scheint die Mutter von ihrem Kummer absorbiert zu sein. Das Weiß des Gesichts des Kindes deutet darauf hin, dass es schwer krank und bereits vom Tod gezeichnet ist. Der einzige klare Teil des Bildes, seine Präsenz im Vordergrund, gibt ihm einen zentralen Platz, ebenso wie die pyramidenförmige Komposition, die das Kind-Mutter-Paar bildet.
Trotz dieser räumlichen Nähe besteht jedoch kein physischer Kontakt zwischen Mutter und Kind oder zwischen ihnen und den beiden anderen Marmorflächen, die aus dem Schwarz auf der linken Seite hervorgehen. Die Isolation und Innerlichkeit der Charaktere unterstreicht nur die traurige und hoffnungslose Atmosphäre dieser Familienszene.
Das vierte Board, Weberzug („Prozession der Weber“), Gravur von 1897, zeigt eine Manifestation der Weber. In einer ländlichen Landschaft machen sich Männer mit Sensen und Äxten und eine Frau mit einem Kind auf den Weg zu einem unbekannten Ziel. Ihre geballten Fäuste und entschlossenen Schritte deuten darauf hin, dass sie zu politischen Maßnahmen zurückkehren werden oder wollen. Die Männer wirken geschwächt, geprägt von ihrem sozialen Zustand, und ihre Gesichter drücken Resignation und Bestürzung aus. Wie in NichtIhre Beziehungen scheinen auf physische Nähe reduziert zu sein, und die Isolation des anderen hat Vorrang vor der Gruppenmitgliedschaft. Auch hier spiegelt die Ausdruckslinie der Gravur die innere Spannung der Figuren wider.

Interpretation

The Weavers Revolt - ein engagierter Kunstzyklus

Ende des 19. Jahrhunderts, das noch immer von den sozialen Konflikten der Bismarck-Ära geprägt war, wurde das Thema der Weberrevolte zum Symbol für den Kampf gegen die Unterdrückung der Arbeiter durch die liberalen Kräfte. Gerhard Hauptmann macht es zum Thema seines Stückes Die Weber, am 23. Februar 1893 in der Freie Berliner Volksbühne uraufgeführt. Käthe Kollwitz, die an der Premiere teilnahm, ließ sich davon für die Bildserie inspirieren, die sie im selben Jahr begann. "Der Effekt war überwältigend, [...] diese Aufführung war ein Schlüsselereignis in meiner Arbeit", sagt sie in ihrer Autobiografie Rückblick auf persönliche Zeit (1941). Dieser Zyklus kündigt bereits die Hauptthemen des Künstlers an: Aufstand und Revolution, die Welt der Arbeiter und ihre soziale Verfassung, die Beziehung zwischen Mutter und Kind, Tod. Sie bekräftigt auch den expressionistischen Grafikstil und den Geschmack für Serien, die dann alle ihre Arbeiten charakterisieren. Trotz der Flaute sozialer Kämpfe in den späten 1890er Jahren bleibt das von Käthe Kollwitz behandelte Thema subversiv und peinlich: wenn sie präsentiert Der Aufstand der Weber in Berlin während der Große Berliner Kunstausstellung von 1898 und dass Adolph von Menzel mit Unterstützung von Max Liebermann Käthe Kollwitz für eine Goldmedaille nominiert, lehnt ihn Kaiser Wilhelm II ab. Während die Gewalt der sozialistischen Gesetze nicht mehr relevant war, waren soziale Forderungen und die Verteidigung von Arbeiterkreisen alles andere als erfolgreich und gipfelten in den Zwischenkriegsjahren weiterhin im Spartakismus.

  • Deutschland
  • Deutsch-französische Sonderausgabe
  • Arbeiterbewegung
  • Arbeitskräfte
  • Sozialismus
  • Arbeiterklasse

Literaturverzeichnis

Käthe Kollwitz, Ausstellungskatalog, Frankfurter Kunstverein Frankfurt, Württembergischer Kunstverein Stuttgart, Neue Gesellschaft für Bildende Kunst Berlin, 1973. Sigrid ACHENBACH, Käthe Kollwitz: (1867-1945); Zeichnungen und Bilder Graphik im Berliner Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Berlin, 1995. Jutta BOHNKE-KOLLWITZ (Verlag),Käthe Kollwitz. Die Tagebücher: 1908 - 1943, Siedler, Berlin, 1989.Alexandra von dem KNESEBECK, Käthe Kollwitz. Werkverzeichnis der Graphik, 2 Bände, Kornfeld, Bern, 2002. Otto NAGEL (Hrsg.), Käthe Kollwitz, Die Handzeichnungen, Stuttgart, Kohlhammer, 1980.Hermann POLLIG, Käthe Kollwitz: Bilder, ZeichnungenPlastik, Stuttgart, I. F. A., 1985.

Um diesen Artikel zu zitieren

Silke SCHMICKL, "Der Aufstand der Weber"


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