Kundgebung gegen die Nürnberger Freisprüche

Kundgebung gegen die Nürnberger Freisprüche

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Titel: Große Kundgebung der SED am Opernplatz in Berlin gegen die Nürnberger Freisprüche

Autor: WEINROTHER Carl (1898 - 1975)

Erstellungsdatum : 3. Oktober 1946

Datum angezeigt: 3. Oktober 1946

Technik und andere Indikationen: Fotografie

Speicherort: Website des Bildarchiv Preußischen Kulturbesitzes (Berlin)

Kontakt Copyright: © BPK, Berlin, dist. RMN - Grand Palais / BPK Bild © Alle Rechte vorbehalten

Bildreferenz: 15-512403

Große Kundgebung der SED am Opernplatz in Berlin gegen die Nürnberger Freisprüche

© BPK, Berlin, dist. RMN - Grand Palais / BPK Bildrechte vorbehalten

Erscheinungsdatum: März 2016

Historischer Zusammenhang

Dieses Foto, das am 3. Oktober 1946 in Berlin in der Sowjetzone aufgenommen wurde, soll in einen doppelten Kontext gestellt werden, der sich in den beiden Bannern an der Fassade des Gebäudes widerspiegelt: einerseits die Verkündung des Urteils des Nürnberger Tribunals, d '' auf der anderen Seite die Abhaltung der ersten Kommunalwahlen nach der Niederlage der IIIe Reich.

Die Nürnberger Prozesse (20. November 1945 - 1äh Oktober 1946), gegen vierundzwanzig der Hauptbeamten der III gebrachte Reich und entsprechend der ersten Umsetzung einer internationalen Strafgerichtsbarkeit ist ein Moment der Konfrontation der Ex-Verbündeten des Krieges. Stalin und sein Außenminister Wjatscheslaw Molotow beschließen daraufhin, eine Protestkampagne gegen die "Befreiung von drei Verbrechern" in der Zone der sowjetischen Besetzung Deutschlands und insbesondere in dem von ihnen kontrollierten Teil Berlins zu starten. . In Wirklichkeit werden die drei Angeklagten von Entnazifizierungsgerichten in den westlichen Gebieten schnell erneut verurteilt und zumindest anfänglich verurteilt (weil Franz von Papen später im Berufungsverfahren freigelassen wird).

Zum Zeitpunkt der Aufnahme dieses Fotos ist Berlin, mitten in der Sowjetzone gelegen, gemäß den Vereinbarungen in vier Besatzungssektoren mit einer vierteiligen Führung unterteilt, die wachsenden Spannungen ausgesetzt ist. In der Tat hätte der Sieg der SED es ihnen ermöglicht, endgültig und legal in Berlin Fuß zu fassen.

Bildanalyse

Das Foto zeigt eine Menschenmenge von hinten, die sich einem Gebäude zugewandt hat, das den Horizont vollständig blockiert. Dies ist das Karl-Liebknecht-Haus, das gerade restauriert wurde und wie vor 1933 das Hauptquartier der Kommunistischen Partei beherbergt. Die Menge wartet wahrscheinlich darauf, dass einer ihrer Beamten spricht (Mikrofone sind in einer Fensteraussparung zu sehen).

Der leicht überhängende Blickwinkel und der breite Rahmen ermöglichen es, gleichzeitig die am Fuße des Gebäudes versammelte Menge und die Slogans auf den Bannern, die sich auf der Fassade ausbreiten, einzufangen. Der obere behauptet, die SED sei der "Motor des Wiederaufbaus des Großraums Berlin", während der untere verlangt, dass Hjalmar Schacht, Franz von Papen und Hans Fritzsche vor ein deutsches Gericht gestellt werden.

Interpretation

Fotograf Carl Weinrother, der unter der III arbeitetee Reich und dann ab den 1950er Jahren in Westdeutschland zeigen hier eine zweideutige Einheit: weniger eine aktive Unterstützung der Bevölkerung als eine statische Präsenz. Der Betrachter kann nur eine graue, gesichtslose Gleichförmigkeit beobachten, mit Ausnahme von drei männlichen Profilen, die aus zu großer Entfernung aufgenommen wurden, um den Ausdruck unterscheiden zu können. Keine Emotion ist daher spürbar. Dieses Foto ist nicht das Bild einer aufmerksamen Menge, sondern einer undeutlichen Masse, deren relative Fügsamkeit der Fotograf vielleicht vorschlagen wollte.

  • Krieg von 39-45
  • Deutschland
  • Berlin
  • Nürnberg
  • Stalin (Joseph Vissarionovich Dzhugashvili, sagte)

Literaturverzeichnis

BENZ Wolfgang, Deutschland unter alliierten Interessen (1945-1949 / 55): ein Handbuch, Berlin, Akademie Verlag, 1999. BONWETSCH Bernd, BORDJUGOV Gennadij, NAIMARK Norman, Sowjetische Politik in der SBZ (1945-1946): Dokumente zur Tätigkeit der Propagandaverwaltung der Informationsabteilung der SMAD unter Sergej Tjul’panovBonn, J.H.W. Dietz Nachfolger, Slg. "Archiv für Sozialgeschichte: Beiheft" (Nr. 20), 1998. BUFFET Cyril, "Vom besonderen Weg zur politischen Sackgasse: die Neuzusammenstellung der politischen Landschaft im besetzten Deutschland", in LIECHTENHAN Francine-Dominique (Hrsg.), Europa 1946: zwischen Trauer und Hoffnung, Konferenzbericht (Caen, 1996), Brüssel, Éditions Complexe, Slg. "Interventions", 1996, p. 27-51.FOITZIK Jan, Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD; 1945-1949): Struktur und Funktion, Berlin, Akademie Verlag, Slg. "Quellen und Repräsentationen zur Zeitgeschichte" (Nr. 44), 1999.HIRSCH Francine, "Die Sowjets in Nürnberg: Völkerrecht, Propaganda und die Entstehung der Nachkriegsordnung", Der amerikanische historische Rückblick, Flug. 113, no 3, 2008, p. 701-730.

Um diesen Artikel zu zitieren

Valérie POZNER, "Kundgebungen gegen den Freispruch von Nürnberg"


Video: N Nürnberger protestieren gegen Nazi-Demo