Der Handwerker

Der Handwerker

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Titel: Bodenhobel.

Autor: CAILLEBOTTE Gustave (1848 - 1894)

Erstellungsdatum : 1875

Datum angezeigt: 1875

Maße: Höhe 102 - Breite 146,5

Technik und andere Indikationen: Öl auf Leinwand

Speicherort: Orsay Museum Website

Kontakt Copyright: © Foto RMN-Grand Palais - H. Lewandowskisite Web

Bildreferenz: 90EE791 / RF 2718

© Foto RMN-Grand Palais - H. Lewandowski

Erscheinungsdatum: April 2005

Historischer Zusammenhang

Gustave Caillebotte (1848-1894) zeigt Handwerker bei der Arbeit in einer bürgerlichen Wohnung, die sich möglicherweise in der Monceau-Ebene im Westen von Paris befindet, einem der Bezirke, die durch die Renovierung von Paris durch Haussmann unter dem Zweiten Reich entstanden sind.

Diese architektonische Transformation veränderte das soziale Gefüge grundlegend, indem die Bevölkerungskategorien noch weiter unterteilt wurden: Auf die "vertikale" Verteilung, die die oberen Stockwerke den Bediensteten zuordnete, folgte eine "horizontale" Verteilung. Dieses Bild spricht von Handarbeit und Handwerk, die jetzt verschwunden sind.

Bildanalyse

Das Gemälde überrascht sowohl mit seinem Thema (von kleinen Leuten, an denen es nicht üblich war, interessiert zu sein) als auch mit seiner hohen Winkeleinrahmung. Durch diese Entscheidungen drückt der Künstler sein Interesse an authentischen Arbeitern aus: Die Nahaufnahme auf ihren Armen zeugt davon. Er ist sich der Mühsal ihrer Aufgabe bewusst und zeigt sie: Sie arbeiten auf den Knien, ihre Haut glänzt vor Schweiß. Das Netzwerk geometrischer Linien umschließt diese Männer in einem starren Universum, aus dem auch der Blick des Betrachters nicht entkommen kann.

Aber mehr als Mitgefühl ist dies ein Fest: Ihre kraftvolle Muskulatur wird durch das grasende Licht hervorgehoben. Caillebotte behandelt sein Thema mit einer Würde und einer Nüchternheit, die jede Elend ausschließt. Durch die Wärme der Farben soll der Adel der Arbeit, die Qualität des Materials zum Ausdruck gebracht werden: Holz. Diese Männer unterstützen sich auch gegenseitig - ihre Handlungen stimmen überein, ohne dass Worte erforderlich sind. Wenig individualisiert, sind sie auf ihre Funktion reduziert. Der Künstler besteht eher auf der sozialen Dimension: Diese Handwerker verdienen ihren Lebensunterhalt schmerzhaft, indem sie ein Interieur einrichten, dessen Stuck und Schmiedeeisen den Luxus ausdrücken. Sie erfüllen ihr Schicksal, dem es nicht an Größe mangelt.

Interpretation

Caillebotte feiert hier die Würde der Arbeiter und die Liebe zu einer gut gemachten Arbeit. Es schätzt die Qualität und Kompetenz der Arbeitnehmer, ihre Solidarität. Die Schönheit des Gemäldes reflektiert diese Arbeiter und qualifiziert sie neu: Es lädt sie ein, in einer Zeit berücksichtigt zu werden, die sich auf bescheidene Kreise konzentriert, ein Blick, der oft von negativen oder elenden Vorurteilen getrübt wird.

  • Naturalismus
  • Arbeitskräfte

Literaturverzeichnis

Dominique SERRE-FLOERSHEIM, Die literarischen und künstlerischen Strömungen, Band I "Moderne 1850-1930, vom Bild zum Text", Grenoble, C.R.D.P. von Grenoble-Delagrave, 1998.

Um diesen Artikel zu zitieren

Fleur SIOUFFI, "Der Handwerker"


Video: Mario Barth: Der Handwerker