Geburt eines Sterns

Geburt eines Sterns

Marlène Dietrich in "L'Ange bleu".

© BPK, Berlin, Dist RMN-Grand Palais - Fotograf unbekannt

Erscheinungsdatum: Februar 2008

Historischer Zusammenhang

Wunsch und Verlust

1929 bat der deutsche Produzent Erich Pommer von der UFA den in Österreich geborenen Filmemacher Josef von Sternberg, den ersten Gesprächsfilm mit dem aus Hollywood zurückgekehrten großen Komiker Emil Jannings zu drehen. Das Drehbuch ist eine Adaption eines Romans von Heinrich Mann mit dem Titel Der Blaue Engel. Die Geschichte spielt in einer kleinen Provinzstadt in Deutschland in den 1920er Jahren, wo Professor Rath in den Vierzigern Englisch unterrichtet. Während eines seiner Unterrichtsstunden entdeckt er Fotos einer bestimmten Lola, an denen seine Schüler vorbeikommen. Letzterer ist einer der Sänger des Kabaretts "L'Ange Bleu". Sein Leben wird sich dann ändern: Er verliebt sich in diese Frau, gibt seine soziale Situation auf und versinkt im Niedergang.

Bildanalyse

Provokative Pose

Foto von Lola (Marlène Dietrich) auf der Bühne eines märchenhaften Kabaretts, wo sie jeden Abend singt und die ganze Sinnlichkeit ihres Körpers enthüllt. Ihre Haltung, auf einem Fass in einem Zylinder zu sitzen und ihre mit Strümpfen bedeckten Beine mit ihrem verführerischen Blick zu zeigen, ist sehr provokativ. Ihre Jugend und ihre Schönheit stehen im Kontrast zum Körperbau der anderen Frauen hinter ihr. Dieses ikonische Bild aus dem Film bleibt in der Vorstellung der Zuschauer, die es schon lange gesehen haben, und wird zu einer Art erotischer Ikone.

Interpretation

Marlene Dietrich Sexsymbol

Dieses Ausbeutungsfoto aus dem Film Der Blaue Engel (Wir können das Logo des Studios erkennen, das es produziert hat, die UFA unten links) zeigt die Kabarettszene, in der Lola (Marlène Dietrich) in den Augen von Männern auftritt. Es spiegelt wunderbar das magische Universum dieses Ortes der Versuchung und des Verlangens wider. Dieser Sänger, ein Charakter, der von der Berliner Atmosphäre der 1920er Jahre genährt wird und zum Sturz eines ehrenwerten Lehrers führt, wird die Anfängerin in die erste Reihe bringen. Strenberg konnte Dietrichs triumphale Sinnlichkeit so weit nutzen, dass er zu einem wahren sexuellen Symbol wurde. Darüber hinaus ist die Geschichte dieses Vampirs, der eine bemerkenswerte Ausschweifung versenkt, auch eine metaphorische Darstellung des Zusammenbruchs der Werte der alten bürgerlich-liberalen Welt der post-wilhelminischen Ära.

  • Deutschland
  • Kabaretts
  • Kino
  • Hollywood

Literaturverzeichnis

L’Avant-Scène-Kino Nr. 57, Sternberg: L’Ange bleu24167 Siegfried KRACAUER Von Caligari bis Hitler.Eine Geschichte des deutschen Kinos 1919-1933Paris, Flammarion, 1987.Klaus KREIMEIERA Geschichte des deutschen Kinos: UFAParis, Flammarion, 1994.

Um diesen Artikel zu zitieren

Laurent VÉRAY, "Geburt eines Sterns"


Video: Das Leben der Sterne: Die Geburt der Sterne