Jules Grandjouan

Jules Grandjouan

Zehn Jahre Krieg oder die Great Bourgeois Duperie.

© ADAGP, Zeitgenössische Internationale Dokumentationsbibliothek / MHC

Erscheinungsdatum: April 2007

Historischer Zusammenhang

Erste Wahlen für die französischen Kommunisten

Der Krieg, "ein Katalysator der Geschichte" in Lenins Worten, hat das Weltgleichgewicht, die europäische Ordnung und das politische Leben in Frankreich zutiefst gestört. Die meisten gewählten Beamten bleiben jedoch neben Léon Blum.

Die französischen Kommunisten, die sich zwischen 1920 und 1924 halbierten und mehr Arbeiter wurden, müssen nun die öffentliche Meinung erobern. Dies ist der Fall des Designers Jules Grandjouan (1875-1968), der vor allem für seine anti-bürgerlichen Provokationen bekannt ist Die Butterplatte.

Bildanalyse

Geschichte überarbeitet

Die zehn von Grandjouan gezeichneten Vignetten bilden einen Zehnjahreskalender, der sowohl durch die Wirkung der Wiederholung als auch durch die Unterschiede auffällt. Jedes Bild in der Serie enthält zwei Charaktere, die sich systematisch gegen die Menschen (den Soldaten) und ihre Anführer (Poincaré, Albert Thomas, Clemenceau) stellen. Von 1914 bis 1917 erscheint der Kämpfer über dem Anführer; in den folgenden Jahren, nach den Meutereien von 1917, unterliegt es im Gegenteil ausdrücklich der Einschränkung. Poincaré symbolisiert diese Unterdrückung dreimal, getarnt als Präsident der Republik (1914), als Kapitalist (1915), als "von hinten versteckt" (1917). Clemenceau mit seinem weißen Spitzbart sieht ihm physisch ähnlich, als wollte er die Lüge der "bürgerlichen" Demokratie offenbaren. Clemenceaus Hände berühren den Kämpfer an verschiedenen Stellen, insbesondere am Rücken (Feigheit) und am Nacken (Herrschaft), und spielen zwischen 1919 und 1921 mit der Waffe. Was den Charakter des Soldaten betrifft, ist er abwechselnd selbstbewusst, kämpferisch und verstört. , mit Kugeln durchbohrt, am Rande des Grabes, bedrohlich, hilflos, ungültig, elend und Eindringling trotz seiner selbst. Das Spiel der Einstellungen, die Verwendung von roter Farbe und Verfärbung, die Veränderungen des Kopfschmucks (Mütze, Helm, Bandagen, Kepi, weicher Filz) machen diese Geschichte des Volkes auf militärischer und politischer Ebene besonders beeindruckend.

Interpretation

Massenpädagogik, Klassenpädagogik

Die Titel der Vignetten und die kurzen reimenden Passagen, die sie kommentieren, lassen den Leser keinen Zweifel: Die Kommunisten prangern die "Große bürgerliche Duperie", die der imperialistische Krieg war, heftig an. Jedes Mal singen die beiden Zeilen das trügerische Ritornell der „Bourgeoisie“, das Grandjouan hier denunziert hat. Poincarés Handspiel ist bemerkenswert, da es die enttäuschten Illusionen der Kombattanten symbolisiert: Der Präsident gibt zu Beginn des Krieges zwei Richtungen an (vorne und hinten), macht dann ein Munitionsangebot und verbreitet schließlich Gerüchte (zu Beginn des Krieges). anstatt eine helfende Hand zu strecken). Erst 1919 brach mit dieser weit verbreiteten Täuschung. Der über Clemenceau errichtete bedrohliche Soldat symbolisiert ein Volk, das trotz Demobilisierung nicht entwaffnet und am Ende eine der Hauptanforderungen der Arbeiter erfüllt: den achtstündigen Arbeitstag. Aber das Spiel des Narren wird dann mit aller Macht fortgesetzt: sozialer Frieden wird auferlegt, Reparationen verbergen die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Ausbeutung. 1923, am Vorabend der Wahlen und nach dem Einmarsch in das Ruhrgebiet, schlossen sich Poincaré dem sozialistischen Blum und dem radikalen Herriot an. Für Grandjouan hat die Arbeiterklasse daher nur einen Rückgriff - die Kommunistische Partei, für die sie auch sechs weitere Plakate zeichnet, darunter eines mit dem berühmten Messer zwischen den Zähnen ("Ah, dein Messer, um uns zu retten!" "). Der Kampf geht weiter. Die Massen werden zu den Wahlen gerufen, um das Blatt der Geschichte zu wenden.

  • Karikatur
  • Kommunismus
  • Clemenceau (Georges)
  • Krieg von 14-18
  • Propaganda
  • Dritte Republik
  • Die Butterplatte
  • Blum (Leon)
  • Herriot (Edouard)
  • öffentliche Meinung
  • Poincaré (Raymond)
  • Arbeiterklasse

Literaturverzeichnis

Maurice AGULHON, Die Republik, Band II, "1932 bis heute", Paris, Hachette, Slg. "Pluriel", neue erweiterte Ausgabe, 1990. Jean-Jacques BECKER und Serge BERSTEIN, Siege und Frustrationen, 1914-1929, Paris, Le Seuil, umg. "Points", 1990. Jean-Jacques BECKER und Gilles CANDAR (Hrsg.), Geschichte der Linken in Frankreich, Band II, "20. Jahrhundert, auf die Probe gestellt", Paris, La Découverte, 2004.Jules Grandjouan, Schöpfer des illustrierten politischen Plakats in Frankreich, Katalog der Ausstellung im Haus des Buches und des Plakats in Chaumont, Paris, Somogy, 2001.

Um diesen Artikel zu zitieren

Alexandre SUMPF, "Jules Grandjouan"


Video: Artracaille du 29-01-2019: Jules Grandjouan racontée par Noémie Koechlin